Dienstag, 21. Juli 2020

Ein Wochenende kreativer Auszeit

Auf das Wochenende im Kloster Hotel Damme haben wir uns sehr gefreut. Lange Zeit war es nicht klar ob wir unsere Pläne, bedingt durch Korona, überhaupt verwirklichen können, denn letztes Jahr hat uns das so gut gefallen, dass wir in diesem Jahr es unbedingt wiederholen wollten.
Nun war es soweit und es war einfach perfekt. Wir durften hin.


Da wir den Aufenthaltsablauf nicht ändern wollten, haben wir Kuchen und Kaffee selbst mitgebracht. Am Freitag war das Cafe zu und uns  hat unser Kaffee & Kuchen wunderbar am Tisch neben dem Hotel unter riesigen Bäumen gut geschmeckt. Da wir die Umgebung schon kannten, machten wir einen flotten Spaziergang durch den Wald.





Wir waren fast die einzigen Hotelgäste und konnten auch den Labyrinth begehen. Letztes Jahr war der immer voll "besetzt". Da kommt man schon aus der Puste, wenn man ein gewisses Tempo hält (wir waren nicht auf der Suche nach der inneren Mitte sondern brauchten Bewegung nach dem langen Sitzen beim Stricken).

Zum Stricken hatten wir genug Zeit. Als Projekt wählten wir in diesem Jahr einen Schulterwärmer in Patchworktechnik. Er wird ohne Nähte in 5 Schritten gestrickt.















Die letzten Maschen strickt man über 3 Nadeln zusammen und fertig ist das ganze Gestrick.

Das war entspanntes Stricken im Vergleich zum Swing Stricken des Vorjahres. Das Besondere dieses Schulterwärmers ist seine unterschiedliche Tragemöglichkeiten.






                                                      Wir sind mit den fertigen Projekten



                                                 am Sonntag nach dem Kaffee und Kuchen


sehr zufrieden mit der Auszeit nach Hause gefahren. Wir verabschiedeten uns von dem netten Serviceteam bis zum nächsten Jahr.

Habt schöne Sommerferien.
Aurelija

Montag, 29. Juni 2020

Sommerkleid




Für die Taufe meiner Enkelin nähte ich mir ein Kleid. Den Stoff habe ich in meiner Stoffsammlung gehabt. Die Schnittwahl fiel mir echt schwer, aber ja, der Schnitt sollte es sein.



Es ist ein Burda Einzelschnitt 6522, schon ein älterer. Er kommt ohne Brustabnäher aus. Das bereitete mir Kopfschmerzen, aber es funktionierte wunderbar. Das obere Vorderteil wird in Falten gelegt, die bei der Verbindung des oberen und unteren Vorderteils fixiert werden.

Ich habe einen nahtverdeckten Reißverschluss gewählt und den sieht man überhaupt nicht.

Ich habe das Kleid nicht gefüttert, weil der Stoff, Baumwollsatin, nicht durchscheint. Für einen besseren Sitz habe ich einen Unterrock angezogen.

Die Säume habe ich mit dem Blindstichfüßchen genäht. Es ist gut geworden. Von Hand zu säumen reichte die Zeit nicht aus. Eine Saumnaht mit einer Doppelnadel hätte mich gestört.



Die Saumstiche sind kaum zu sehen.


So sieht der Saum von links aus. Ich habe übrigens das erste Mal mit der Maschine geheftet und fand das sehr cool. Demnächst zeige ich das Taufkleid meiner Enkelin.


Ich wünsche allen einen guten Start in die neueWoche.

Aurelija


Mittwoch, 24. Juni 2020

Häkeljäckchen

Fast drei Jahre später...


kehre ich zu meinem Projekt zurück. Denn es ist Sommer, auch kalendarisch und wer mich kennt weiß, dass ich nicht so gerne stricke wenn die Temperaturen steigen, sondern lieber die Häkelnadel in die Hand nehme.

Zuerst habe ich die Aufbewahrungstüte meines angefangenen Projekts hervorgehohlt. Die Wolle lag noch drin wie auch die fertige Passe.


Mal schauen ob sich in meiner Knopfsammlung passende Knöpfe finden lassen. Und - ich habe tatsächlich was Passendes gefunden.


Also, es gab keine Ausrede mehr warum ich nicht häkeln sollte. Gleich am Anfang musste ich das Problem der Rückenerhöhung lösen. Ich habe schon bei meinem anderen Pulli den hinteren Halsausschnitt nachträglich mit verkürzten/verlängerten Reihen gehäkelt. Das löste das Problem, gefiel mir aber optisch überhaupt nicht.





Deswegen entschied ich mich dafür, den Rücken um 4 Reihen länger zu häkeln und erst dann zum Körper überzugehen.






So ist jetzt der Rückenausschnitt höher als der Vorderausschnitt.







Danach passiert nichts mehr Spektakuläres, denn den Körper häkele ich ohne Taillierung gerade und mache die Länge von der Wollmenge abhängig. Ich habe noch 2 Kneuel Wolle: 1 für den Körper und 1 für die Blenden und Ärmel. Die bereiten mir noch Kopfzerbrechen. Bei der Verbindung Vorderteil/Rückenteil habe ich unter den Achseln nur je eine 3-Stäbchen-Gruppe zugenommen, aber durch die Rückenverlängerung ist zusätzliche Armausschnittweite entstanden. Die Ärmel waren schon von vorne rein "Engelsflügel". Ich muss bei den Ärmeln abnehmen. Die Frage ist nur wie? Bei einfachen Stäbchen oder festen Maschen wäre das kein Problem. Ich schiebe die Suche nach dieser technischen Lösung zur Seite und häkele erst den Körper fertig.


Bis zum nächsten Mal
Aurelija

Dienstag, 16. Juni 2020

Ruta (Weinraute)

 Heute möchte ich euch eine Pflanze aus meinem Garten vorstellen. Sie steht jetzt in voller Blüte und bevor ich sie zurückschneide, teile ich mit euch meine Freude darüber.
 
 
 

Ich habe sie mir vor vielen Jahren in den Garten als Omage an meine Heimat gepflanzt. Früher war dieser Halbstrauch aus dem litauischen Garten nicht wegzudenken. Die Pflanze trifft man in zahlreichen Texten der lit. Volkslieder sowie bei den Hochzeitsbräuchen. Ein kleines Weinrautenkränzchen schmückte als Symbol der Jungfräulichkeit den Brautschleier. Vor der Trauung war es an der linken Seite befestigt. Nach dem Ringtausch und Brautpaarkuss hatte die Trauzeugin die Aufgabe, das Kränzchen an der rechten Schleierseite zu befestigen. Heute macht man das nicht mehr...

aber für die neugeborene Tochter wählt man immer noch gern den Namen Ruta (Rutele - Verkleinerung).

Da ich ein praktischer Mensch bin, sehe ich meine Weinraute mit einem nostalgischen und einem praktischen Blick. Weinraute ist für einen Gärtner eine anspruchlose Einfassungspflanze, die sich leicht in Form schneiden lässt, Trockenheit  gut wegsteckt, leicht sich vermehren lässt usw. Als Köchin schätze ich die Weinraute als Gewürz. Sie passt gut zu Fisch, Fleisch und Salat, des Weiteren eignet es sich als Aroma für Kräuterliköre und Grappa. Ich verwende die Weinraute nur ausgesprochen sparsam zum Verfeinern von Salaten oder Soßen, denn sie schmeckt bitter und zu viel davon kann zur Vergiftung führen. Man kann sie auch zu medizinischen Zwecken verwenden. In geringen Mengen wirken die Inhaltsstoffe von Ruta graveolens nachgewiesenermaßen blutdrucksenkend, krampflösend, appetitanregend, schlaffördernd und beruhigend auf das Nervensystem. Manche trinken Weinrautentee gegen Migräne. Das müsste ich aber noch ausprobieren. Da ist auch Vorsicht mit der Selbstmedikation geboten.

Für mich als Hausfrau ist diese Pflanze ein Mittel gegen die Motten sowohl im Kleiderschrank als auch im Vorratsschrank. Dafür mache ich mir anstatt von Lavendelsäckchen Weinrautensäckchen.

Eine Weinraute, gepflanz an der Stelle, an der die Nachbarskatze ihre Toilette eingerichtet hat, vertreibt durch ihr Aroma die Übeltäterin. Hunde mögen den Duft auch nicht.

Die Weinraute besitzt wunderschön gefiederten Blätter, mit denen man gut dekorieren kann. Mit Eiklar lassen sich die Blätter an die Wände von Gläsern kleben.


Als "Künstlerin" bewahre ich in alten Katalogen  die getrockneten Blätter, die ich manchmal zum Bedrucken von Textilien benutze. Die Weinrautendrucke gelingen immer gut. Leider kann ich euch nur andere Pflanzendrucke, die ich zur Weiterverarbeitung aufbewahrt habe, zeigen. Rautendrucke sind verarbeitet und verschenkt.

Während ich so hier schreibe, schwirren schon andere Ideen in meinem Kopf, wie ich die Blätterform als Schablone einsetzten könnte.

Übrigens kann man die jungen Blüten, Knospen und Blätter der Weinraute zwischen Mai und Juni ernten. Wegen der phototoxischen Wirkung ist eine Ernte mit Handschuhen zu empfehlen. Sensible Leserinnen aufgepasst! Anschließend kann man die Pflanzenteile bei geöffneter Tür im Backofen oder an der Luft trocknen, in Öl einlegen oder in Wasser als Eiswürfel einfrieren. Weinrautenöl sollte nach einigen Tagen gefiltert werden, damit es nicht bitter wird.
Wenn man seinen Gedanken freien Lauf gewährt, dann entsteht ganz schnell so ein Post, den vielleicht welche von euch interessant, welche aber langweilig finden. Ich liebe meine Weinraute - das habt ihr bestimmt beim Lesen gemerkt.

So viel dann für heute. Nächstes Mal, versprochen,  berichte ich wieder von meinen Strick-, Häkel- und Nähprojekten. Es haben sich einige angesammelt.

Liebe Grüße

Aurelija



 

Dienstag, 26. Mai 2020

Ärmelschal und die Co- Zeit

Die Zeit läuft... eine merkwürdige Zeit. Ich habe ja länger mich nicht gemeldet, weil ich mich erst "zurechtfinden" musste. Nicht, das ich den Boden verloren hätte, aber zuerst war Pause bei der Arbeit uns dann überdimensional viel zu tun. Ich habe gelesen, echt viel finde ich.



Jetzt bin ich wieder guter Dinge und kann euch meine fertige Arbeit zeigen. Ich bin doch nicht so eine Sommerpulloverstrickerin. Warum auch immer? Im Sommer häkele ich liebend gerne.
Zur Zeit hatte ich aber kein festes Häkelprojekt im Kopf. Im Laden merkte ich mir eine Sommerwolle vor, weil sie so schönes Maschenbild gibt. Nach einigen Grübelminuten fiel mir dann ein, dass ich doch schon ewig mir einen Ärmelschal gewünscht habe. Ja, da war die Entscheidung gefällt.
Als Erstes mussten die Ärmel gestrickt werden und dann die neuen Maschen für das Vorder- bzw. Rückenteil aufgenommen werden. Ich habe die Neumaschen aufgehäkelt, weil die Kante schöner aussieht.


 Mit dem Maschenraffer (heißt der so?) habe ich beide Ärmel aneinander festgemacht damit sich die Maschen des Körpers nicht verdrehen. Das hat wunderbar funktioniert.
Die Abnahmen habe ich an der Blende gemacht und sie mit i-cord abgekettet.
Die Ärmelmaschen habe ich provisorisch angeschlagen damit ich bei Bedarf die in die andere Strickrichtung anstricken konnte. In der Tat gefielen mir die drei Viertel Ärmel nicht und ich habe sie noch verlängert und dann genau so abgekettet wie den Halsausschnitt.




Wolle: OnLine  Linie 453 Pudica, 90% BW, 10% PA, Farbe 9, 50g = 95m
Verbrauch: 320 g für Gr. M, Nadel 4,5mm

Das Muster ist aus der Sabrina vom letzten Jahr. Ich kannte das Muster, aber selbst hatte ich es noch nicht verstrickt gehabt. Jetzt warte ich auf die Gelegenheit, das Teilchen anzuziehen. Auch wenn es tagsüber schön die Sonne scheint, ist es morgens noch recht frisch.

Es sind noch zwei weitere Sachen in Arbeit. Ich werde ausführlicher darüber berichten wenn ich sie fertig habe.



Seid lieb gegrüßt und bleibt gesund.
Aurelija

Mittwoch, 4. März 2020

Strickjacke Comodo

Nun möchte ich an meinen vorherigen Post anknüpfen und die Geschichte der Entstehung meiner Comodo - Jacke fortsetzen.
Die Designerin hat sie als eine leichte, nahtlos von oben nach unten gestrickte Jacke konzipiert, die offen getragen sollte und an kühlen Sommertagen wärmen müsste. Das erste Mal habe ich die Jacke beim Sulinger Wollefest gesehen. Die langen Zipfel gefielen mir nicht (nicht generell, aber so ein Schnitt passt nicht für meinen kurzen Körper). Die außergewöhnliche Konstruktion reizte mich schon. Ich konnte der Versuchung, die Anleitung zu kaufen, wiederstehen. Meine Mädels ließen sich verführen...
Fast anderthalb Jahre später wurde die Jacke wieder Gesprächsthema während eines unserer Treffen. Eine Sulinger Kollegin hatte sie fertig und eine andere hatte Schwierigkeiten damit. Was die Folge war, könnt ihr euch denken. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, heißt es. Nun erwarb ich bei Raverly auch die Anleitung. Jetzt sind noch weitere 4 Comodos (Comodi?) in Arbeit.
Frau Susan versprach, dass die Anleitung  beim Stricken einem maximale Freiheit gibt. Man sollte diese Jacke aus jeglicher Wolle stricken können und ohne Maschenprobe drauflos stricken.
Drauflos - nicht mit mir! Ich war ja vorgewarnt. Ich habe sowieso ein "Stricken nach Anleitung" - Trauma. Die Anleitungen sind für Otto Normalverbraucher geschrieben und wenn man zwischen den Größen liegt und noch an manchen Körperteilen zwei Größen Differenz hat, da muss man alleine "schwimmen" und sehen, dass man ans Ufer kommt. Die maximale Freiheit habe ich voll und ganz ausgenutzt. Ich habe fast alles an der Jacke geändert außer dem Stricksysthem.


Nachdem ich die nötige Weite der Vorderteile erreicht habe, habe ich die Umschlagzunahmen gleich im nächsten Schritt durch Zusammenstricken zweier Maschen elliminiert. So konnte ich die Löcher an der Kante behalten, ohne wirklich zuzunehmen.


Die Ärmelabtrennung erfolgte nach dem 7. Loch.
Das Rückenteil umhüllt in sanften Wellen nur die zu kaschierenden Partien, ohne am Po aufzutragen.


Die Ärmel sind genau so wie ich sie haben wollte, mit 2 cm Bewegungsfreiheit.


Zum Schluss noch die Eckdaten: Wolle Ricco von Lana Grossa (34% Alpaka, 33% Merino, 21% Seide, 12% Polyamid) 265g., gestrickt mit 4,5mm Nadel, Gr. M/L

Mitlerweile, muss ich gestehen, ist sie zu einer meinen Lieblingsjacken geworden.

Allen einen schönen Tag, vielleicht sogar ohne Regen.

Aurelija