Samstag, 21. Mai 2016

Coil stitch


Coil stitch - nie gesehen, nie gehört. Bei der Recherche im Netz kam der Begriff entweder in Zusammenhang mit dem Tunesischen Häkeln oder als Synonym für sog. Bullions. Das war aber nicht das Wahre. Ich wollte mir diese Häkelart unbedingt "erarbeiten", weil ich sie als Abschluss beim Ausschnitt oder Ärmeln sowie als Kante für ein Tuch oder eine Decke sehr gut mir vorstellen kann. Die Krebsmaschen sind dafür auch sehr gut geeignet, aber für mich persönlich langweilig.



















 Die deutsche Übersetzung für Coil stitch ist mir nicht bekannt, aber ich könnte sie Rollenmasche taufen, weil  die festen Maschen über die Schlaufe aus Luftmaschen gehäkelt werden und eine Art Rolle bilden.

Ich erkläre jetzt Schritt für Schritt wie ich das gemacht habe.

1. Man braucht eine Unterlage - fertiges Stück/eine Kante, was man behäkeln möchte. Am Reihenanfang setzt man den neuen Faden (beim Farbwechsel) an und macht damit 1 KettM.


2. *3Luftmaschen, 2M überspringen, 1 Kettmasche in die 3. Masche häkeln

3. 1 Luftmasche häkeln und die Arbeit im Uhrzeigersinn wenden. Die linke Seite der Arbeit liegt vor dir.
4. Über die Schlaufe aus 3 Luftmaschen häkelt man 5 feste Maschen
und wendet die Arbeit gegen den Uhrzeigersinn so, dass die rechte Seite der Arbeit wieder vor dir liegt.

5. Man klappt die Rolle nach unten und findet leicht die 2 Maschen, die man vorher (Schritt 2) übersprungen hat.
 In diese 2 Maschen häkelt man je eine feste Masche*.
Ab jetzt werden nur die Schritte 2 - 5 wiederholt: wieder 3 LftM, 1KettM in die 3.M, 1 LftM, wenden usw.
Rolle runter- und hochgeklappt.


Und so sieht es dann fertig aus.
Die Rückseite hat auch eine hübsche Kante und kann sich sehen lassen.

Ich hoffe, dass ihr Lust habt es auszuprobieren. Allen schönes Wochenende!

Dienstag, 10. Mai 2016

Sommer lässt grüßen

Man könnte meinen - der Sommer ist da (aber man weiß vom Wetterdienst, dass es nur kurzfristig so ist). Die hohen Temperaturen wecken bei mir Sommerträume und bringen meinen Strickplan dadurch natürlich durcheinander. Die Wolle mag man nicht mehr anfassen und das Herz lechzt nach Baumwolle...
Dieses teure, günstig erworbene Garn, liegt schon einige Jahre bei mir. Es heißt Pallone und ist ein interessantes Baumwolle/ Microfaser-Gemisch von Lana Grossa. Damals sensationelle Erfindung - kleine Kügelchen ins Strickbändchen einzubauen.
Nun möchte ich das Garn verstricken. Ich fange mit der Maschenprobe an. Da ich kein Plan für ein gewisses Muster habe, stricke ich einfach glatt rechts los, um zu sehen, wie das Garn verstrickt wirkt.


Die Maschenprobe stimmt, aber das Maschenbild! Das mag ich gar nicht leiden. Bei Ravelry ist zu dem Garn auch nichts Gescheites zu finden. Selbst vom Hersteller ist nur ein Modell als Modell des Monats Februar 2007 aus dem Filati Magazin 33 zu finden- eine Wickeljacke. Die brauche ich nicht. Sicherlich waren es in der Filati Ausgabe 33 noch einige Projekte zu diesem Garn, ich bin aber nicht in Besitz dieser Zeitschrift. Am liebsten würde ich die Wolle zu einer Art Tunika verstricken, denn das Garn fühlt sich ganz weich an. Die Hauptfarbe soll Rosa sein (davon habe ich 350g) und dann habe ich noch je 100g von den anderen Farben. Ich werde jetzt sicherlich einige Zeit mit diesem Projekt "schwanger" laufen müssen bis es zur "Geburt" kommt. 

Mittwoch, 4. Mai 2016

Häkeljacke und Tutorial von C.Wersing







 Das sind jetzt die versprochenen Fotos meiner Häkeljacke.
Ich bin damit ganz zufrieden.
Ich habe diverse Baumwollrestchen verhäkelt aber das Meiste war Puntino von Lana Grossa mit 160m Lauflänge auf 50g. Für mein Jäckchen habe 450g BW gebraucht. So viel war auch auf der Garnbanderole angegeben für die Größe 38/40.









Ich empfehle euch diesen Tutorial von der Designerin Claudia Wersing hier.
Sie hat vollkommen Recht. Die Ausschnitte leiern immer als Erstes aus und verderben damit das ganze Bild.
Ich werde an dieser Jacke auch ein Samtband drannähen.

Dienstag, 3. Mai 2016

Weiterbildung in Häkeln

Die Ärmel meiner Sommerjacke sind fertig, aber die Knöpfe sind noch nicht eingenäht, deshalb folgen die Fotos in Kürze.
Heute habe ich meine Pause zwischen Unkrautrupfen und Kochen für die "Weiterbildung" genutzt. Das Muster hatte ich vor geräumer Zeit im Netz entdeckt und seitdem bot es sich bis heute keine Gelegenheit es auszuprobieren. Es ist simpel, wenn man begriffen hat, wie es geht. Ich habe Englisch nie gelernt, aber die meisten interessanten Sachen sind halt in Englisch. Da musste ich Augen auf und durch (die engl. Anleitung).







Patchworkhäkeln könnte man es auch nennen, aber im Grunde genommen, sind es kleine Motive über 4 Reihen gehäkelt, die miteinander verbunden (drangehäkelt) sind. Auf diese Weise kann man beliebig große Flächen aufbauen und sie als Schal, Kissen, Stola, Decke oder sogar noch kreativer einsetzen. Das Ganze finde ich deswegen interessant, weil man so was nicht oft sieht - weder in den Büchern, noch in den Häkelzeitschriften. Mich persönlich reizte die Struktur, die durch Reliefstäbchen zustande kommt.




Rechte und linke Seite des Motivs nach 2 Reihen.



Rechte und linke Motivseite nach der 3. Reihe.


Die 4. Reihe dient zugleich als Verbindungsreihe der Motive. Zuerst wird eine Motivsäule in gewünschter Länge gehäkelt und dann werden weitere Motive bis zur gewünschter Breite links oder rechts der Hauptsäule angehäkelt.


Für meine Probe habe ich Häkelnadel 2,5mm verwendet. Wolle - Regia Cotton Top Color, ergibt eine
Motivgröße von H 3,5 x B 5,0 cm. Ob ich jemals das Muster verwenden werde, weiß ich noch nicht, aber ich habe die Pause zumindest sinnvoll genutzt.

Fällt es euch jetzt auch schwerer zwischen Hobby und Garten zu balancieren?

Dienstag, 26. April 2016

Ärmel top down häkeln

Es hat länger gedauert als ich wollte, aber jetzt habe ich sie - die Machart zum top down einhäkeln von Ärmeln, ohne sie einnähen zu müssen. Es klappte so wie ich es haben wollte erst beim 3. Mal.


Die bebilderte Schritt für Schritt Erklärung


Als 1. Maschenprobe gehäkelt (habe vorher noch nie beim Häkeln gemacht), um ausrechnen zu können wieviel hStäbchen ich für meinen Oberarm brauche.

 Das Ärmelloch sah nicht so gut aus, weil es einfach zu groß geraten war. Es musste kleiner gemacht werden und die Ränder/Kanten konnten auch noch eine "Begradigung" gebrauchen.


Da machte ich kurzen Prozess. Ab der Schulternaht angefangen, habe ich einen Faden um den Armausschnitt herum   eingereiht und so die Weite passend gemacht.


Anschließent behäkelte ich von rechts die Kante mit einer Reihe feste Maschen, um mir die Basis für die Ärmelkugel zu schaffen. Die fM habe ich gezählt, durch 6 geteilt und so die Maschenzahl für die Anfangsreihe ermittelt.

Meine Rechnerei ergab, dass meine Anfangsreihe aus 12 halben Stäbchen bestehen soll (1/6 der Gesamtmaschen). So fügte ich 6 M vor der Schulternaht einen neuen Faden an und häkelte 2 Anfangsluftmaschen, die das 1. hStb. ersetzten.

Danach folgten 9 hStb und, um niedriger zu werden, noch 2 feste Maschen.
An dieser Stelle, bevor ich es vergesse, noch ein wichtiger Hinweis: die Zahl der fM unbedingt der Stäbchenhöhe anpassen d.h. bei ganzen Stb. sollte man 3 Anfangsluftmaschen und 3 fM häkeln.

1 Wendeluftmasche und weiter gehts mit 


Reihe 2: auf die 2 feste Maschen der Vorreihe 2 fM häkeln. Auf die hStb. halbe Stäbchen häkeln (9). Aus der 2 Anfangsluftmaschen eine Schlaufe holen

und aus der nächsten (unbehäkelten) Masche noch eine Schlaufe holen
und alle 3 Schlaufen zusammen abmaschen (fM). (Diese M bitte fest anziehen wegen der Ästhetik im Maschenbild nachher).
Dann eine fM in die nächste unbehäkelte Masche. Eine Wendeluftmasche.

Reihe 3: 2 fM auf 2fM der Vorreihe, 10 hStb., 1 Schlaufe aus der Wendemasche + 1 Schlaufe aus der nächsten M zusammen abmaschen mit der Schlaufe des letzten hStb, 1 fM in die nächste M, Wendeluftmasche.


So langsam formt sich die Ärmelkugel und die Zahl der hStb erhöht sich in jeder Reihe um 1.
In diesem Rhytmus so lange häkeln bis alle Basismaschen verbraucht sind. In der letzten Reihe dann die Runde   mit einer Kettmasche schließen. Jetzt sollte die Maschenzahl, die man sich an Hand der MaPro sich für den Oberarmumfang errechnet hat, erreicht sein. Sobald man die Runde geschlossen hat, entfernt man den Reihfaden und kann die Jacke anprobieren.


 Das passt zufriedenstellend. Beim Häkeln kann ich rundenweise die Reste der farbigen Baumwolle für beide Ärmel gut einteilen. 
Wer möchte, kann mein Rezept ausprobieren. Bei mir hat es geklappt, aber eine Gelinggarantie kann ich nicht geben. Dafür müsste ich mich noch mehr in die Matherie einarbeiten.

Wenn das Wetter keine Gartenarbeit zulässt, werden die Ärmel bald fertig.

Samstag, 16. April 2016

Häkeljacke für den Sommer 2016

Nach so vielem intensiven Klappern mit den Stricknadeln musste ich eine Abwechselung haben. Eine Häkelnadel ist doch was anderes als eine Stricknadel, oder? Die neuen Häkelzeitschriften bescherten mir keine Inspiration, deshalb kramte ich was Angefangenes heraus. Wann ich das angehäkelt habe, weiß sogar mein PC nicht. Ich habe mir versprochen, diese Jacke bis zum Sommer fertig zu machen. Hier der jetzige Stand.
Gestern habe ich die Schultern zusammengehäkelt und den Halsausschnitt fertiggemacht.

                    







Bei dem unteren Jackenrand habe ich mich für einen asymmetrischen Abschluss entschieden, um was Neues ausprobieren zu können.
Wenn man in den Modemagazinen blättert oder im Netz stöbert so sieht man, dass fast alle Oberteile im Rücken länger geschnitten sind. Ob das schön ist?, Aber gesund schon. So hat man wenigstens Nierenbereich  warm. Also, nachdem die Grannys angehäkelt waren, machte ich mich an den Abschluss. Diesmal habe ich die Reihen so ganz normal verkürzt (wie man das beim Häkeln so macht). Die 1. Verkürzung ist in grün gut auf dem 1. Foto zu sehen d.h. ich habe den neuen Faden 8 Kreuzstäbchengruppen vom Rand angesetzt und dann mit dem Häkeln 8 Gruppen vor dem Reihenende aufgehört. Die Verkürzungen ab den vermeintlichen Seitennähten habe ich dann dichter gesetzt d.h. alle 2 Stäbchengruppen kürzer. Damit die Kürzung keine ausgeprägten "Treppen" bildet habe ich am Reihenanfang und -Ende 2 feste M und 2halbe Stb. gehäkelt.
  



Der Abschlussrand besteht aus festen Maschen.



Die vordere Blende ist auch fast fertig. Die Knöpfe müssen noch dran, aber dann geht es zu meinem "Zahnschmerz" - den Ärmeln. Um mich zu motivieren, werde ich eine top down Häkelidee in die Tat umsetzen. Ob es klappt, werde ich dann später darüber ausführlicher berichten.

Macht euch ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 6. April 2016

Der Körper von Bella

Zuerst die Bilderflut.




 Da meine Wolle schöne LL von 160m auf 50g hat, haben mir für den Körper 250g gereicht. Der Rest - 200g reichen dicke für die langen Ärmel.
Wie auf den Fotos zu sehen ist, habe ich den Körper anleitungswidrig tailliert. Das ging so was von interessant. Die Abnahmen habe ich an den rechte- Maschen-Säulen gemacht: 2M re abheben, 1M re und überziehen. Somit verschwanden die Abnahmen in den Maschensäulen spurlos. Bei den Zunahmen musste ich schon überlegen, wie man es am besten macht, denn die Zunahmen wollte ich links und rechts der rechten Masche im Linksgestrick unterbringen. Das Wühlen in den Strickbüchern hat mich auf die Idee gebracht, nach links und nach rechts geneigte links verschränkte Zunahmen zu machen und auf Zunahmen mit Umschlag oder Verdoppeln der Maschen zu verzichten. 
 Die Suche nach passenden Knöpfen zog sich sogar über die Osterfeiertage hinweg. Die Farbe, die ich brauchte, ist rotstichiges Orange. Die meisten Knöpfe, die orange sind, weisen einen Gelbstich auf. Ich war fast verzweifelt und zog sogar Metallknöpfe (sonst beim Gestrickten generell kein Metall) in Betracht. Außerdem sollten sie unauffällig sein. Jetzt bin ich mit meiner Wahl zufrieden.
Kann mir vielleicht jemand eine Medizin empfehlen, die gegen chronische Ärmel-Stricken-Abneigung hilft? Vielleicht sollte ich doch mit einer Selbstmotivation versuchen. Hilfe, der Garten ruft auch noch...