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Dienstag, 14. November 2017

Hatte Frau keinen Ärger, so kaufte sie sich ein bestimmtes Strickbuch. War ja auch irgendwie logisch. Sie hatte einige arbeitsfreie Tage bekommen. Das Thema, welches das Buch behandelte, interessierte sie schon lange. Sie hatte jetzt endlich Zeit, sich genüsslich dem Buch zu widmen und in die Welt des nahtlosen Strickens von Oben einzutauchen. Sie wollte schließlich die Materie beherrschen. Das Gefühl starker Unzufriedenheit und leichten Zorns über den Inhalt der 16,99 Euro teuren Lektüre konnte sie nicht verbergen. Sie rief mich an, um ihrem Ärger Luft zu machen... Den Titel und den Namen der Autorin wollte sie lieber für sich behalten. 
Der Inhalt mit 13 Modellen war in Raglan- (8 Projekte) und Contiguous- (5 Projekte) Strickmethoden geteilt und mit Fotos versehen, die sehr gut zeigen, wie man nicht stricken sollte. Übrigens, ein Lieblingspullover kann/darf nun mal Lieblingspullover sein, auch wenn die Ärmel in den Achseln Falten werfen oder "Laufstraßen" im rund gestrickten Ärmel aufweisen. Es ist alles reine Geschmackssache.


 Der Modelexikon sagt, dass die Nähte bei einem Raglanärmel schräg von der Achsel zum Hals verlaufen. Die Raglanlinien tun es auch hier, aber an der falschen Stelle. Da hat man sich verzählt, 5 cm näher zur Vorderteilmitte wäre vielleicht besser gewesen.

Kapuze in glatt rechts - das Einrollen des Randes ist  glatt vorprogrammiert.



Die Passe, die Passe... die wellt sich so schön. Die kann auch nicht anders, denn die Maschenzahl am Anfang (128 M) bleibt bis zum Ende ( 27 Rh.) konstant, wobei man sich eine Passe wie einen umgedrehten Kaffeefilter vorstellen sollte. Also, MaZahl von weniger zu mehr.


 War da was noch? Ach ja, da kann man sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Vorderteile farblich asymmetrisch ausfallen sollten... und die Verschlussblende um 1-2 Maschen zu kurz.


Ich stelle mir nur die wohl berechtigte Frage, wie können solche Dinge/Bücher/Fotos  zustande kommen?
  
 Aurelija


















Kommentare:

  1. Liebe Aurelija,
    das ist ja der Hammer! Ich kann verstehen, dass Du leicht gereizt bist. Du bist Perfektionistin und ich auch. Darum stelle ich die gleiche Frage: Wie kann man solche Bilder zeigen? Ich hatte dieses Problem übrigens auch. Die Jacke von Susan Crawford "Tri-Cable Stich Jumper" ist mit zwei verschiedenen Vorderteilen im Buch abgebildet. Das sieht man erst auf den zweiten Blick. Unglaublich!
    Ärgere Dich nicht. Du weißt wie man es richtig macht.
    Liebe Grüße
    Anneli

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    1. Liebe Anneli,
      ich kann immer noch nicht glauben, dass die VT unterschiedlich sind. Vielleicht liegt es am Winkel beim Fotografieren...
      Zum Glück weiß ich in der Tat wie es richtig geht, aber trotzdem danke für die moralische Unterstützung.
      Liebe Grüße
      Aurelija

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    2. Nein, liebe Aurelija, das lag nicht am Fotografen. Die haben die Vorderteile anscheindend in zwei unterschiedlichen Größen gestrickt und trotzdem zusammengenäht. Ich habe gedacht ich sehe nicht richtig! Das Bild kannst Du Dir bei Ravelry anschauen.
      Liebe Grüße
      Anneli

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    3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    4. Liebe Anneli,
      habe mir angeschaut. Tja, da ist es nichts mehr hinzuzufügen.
      Liebe Grüße
      Aurelija

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  2. Liebe Aurelija, ich muß noch immer lachen!!! Das Buch ist "genial" ... genial schräg... hahaha... wer weiß, was die Aurin dem Verlag als Gegenleistung angeboten hatte... hahaha
    Deinem Beitrag ist nichts hinzufügen! Suuuper!
    LG Nora

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    1. Liebe Nora,
      jetzt kann auch ich lachen. Das mit der Gegenleistung lassen wir so im Raum stehen, aber wie du schon sagst - genial daneben, eben!
      Liebe Grüße
      Aurelija

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  3. Echt jetzt? Aber weißt Du, in Birmingham hingen zwei Quilts, die vorne so viele Falten hatten... und bei einem löste sich das Binding vorne schon ab. Wenn das geht, dann gehen auch solche Bücher, aber irgendwie will man anderes für sein Geld, gell?

    Nana

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    1. Es geht mir in erster Linie nicht nur ums Geld (den Buchmachern aber sicherlich schon). Anhand von Büchern lernt man am meisten und wenn man schon nichts Neues in einem Buch entdeckt, dann freut man sich wenigstens über schöne Fotos, gutes Papier ect. So sind meine Erwartungen nicht erfüllt und eine gewisse Prise Enttäuschung auch da.
      Faltige und schiefe Quilts sieht man fast in jedem deutschsprachigen Patchworkmagazin, leider. Wir wollen aber schöne, ordentliche Quilts nähen, oder?
      Aurelija

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  4. Einfach unglaublich, womit manche Menschen und Verlage ihr Geld verdienen!
    Kann man dieses Machwerk nicht zurücksenden??? Ist ja eine Verhöhnung.
    LG Marion

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    1. Ich habe es schon "verdaut". Tatsächlich habe ich so den Eindruck, dass es alles auf die Schnelle zusammengeklatscht und herausgebracht wurde, um vielleicht als erster deutschsprachich auf dem Markt mit diesem Thema zu sein.
      Lieber Gruß
      Aurelija

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